Bei einem 24-Stunden-Sofortkredit kann das Geld in Einzelfällen innerhalb eines Tages auf dem Konto sein. Das ist nicht garantiert. Mit „sofort“ kann der Anbieter auch eine schnelle Rückmeldung oder Kreditzusage meinen. Das Geld geht dann möglicherweise erst später ein.
Wichtig ist, ab wann der Anbieter die 24 Stunden zählt und wann er die Auszahlung als abgeschlossen ansieht. Antrag, endgültige Zusage, Überweisung und Gutschrift sind einzelne Schritte.
Zusage und Auszahlung trennen
Eine schnelle Vorabentscheidung bedeutet noch nicht, dass der Kredit bewilligt ist. Der Anbieter prüft deine Angaben, bestätigt deine Identität und beurteilt deine Kreditwürdigkeit. Je nach Verfahren verlangt er außerdem Einkommensnachweise oder weitere Unterlagen. Der Anbieter veranlasst die Auszahlung erst, wenn alle nötigen Prüfungen und Schritte abgeschlossen sind.
Digitale Prüfungen und eine vollständige Antragstellung beschleunigen den Ablauf. Die Verbraucherinformation des ADAC hält eine Auszahlung innerhalb von 24 bis 48 Stunden bei digitalen Verfahren für möglich, weist aber darauf hin, dass eine Auszahlung innerhalb dieses Zeitraums nicht zugesichert ist. Laut einem Vergleich von Stiftung Warentest zahlen manche Ratenkredite am selben Tag aus, wenn der Anbieter die finanzielle Situation schnell digital prüfen kann. Das gilt für einzelne Angebote, nicht für jeden Antrag.
Prüfe bei einem 24-Stunden-Versprechen den genauen Wortlaut: Beginnt die Frist erst, wenn du alle Unterlagen eingereicht hast? Reicht eine vorläufige Zusage oder muss das Geld auf dem Konto sein? Was gilt, wenn der Anbieter später noch etwas nachfragt? Ohne diese Angaben lässt sich das Versprechen kaum mit anderen Angeboten vergleichen.
Banktage und Unterlagen
Auch nach der Zusage braucht die Überweisung Zeit. Bankarbeitstage sind in der Regel Werktage, an denen Banken Zahlungen bearbeiten; Wochenenden und Feiertage zählen nicht dazu. Geht der Antrag spät am Tag ein oder fehlt ein Nachweis, kann die Bearbeitung erst am nächsten Bankarbeitstag weitergehen. Hinzu kommt die Zeit, bis die Empfängerbank das Geld verbucht.
Beim Autokredit im ADAC-Beispiel kann die Prüfung nach Eingang aller Unterlagen bis zu 24 Stunden dauern; Überweisung und Gutschrift können anschließend bis zu drei Bankarbeitstage beanspruchen. Das gilt für den beschriebenen Autokredit und lässt sich nicht pauschal auf jeden Ratenkredit übertragen.
Bereite die Angaben sorgfältig vor. Prüfe, wie der Anbieter deine Identität bestätigt und welche Einkommensnachweise er verlangt. Kläre außerdem, ob du den Vertrag digital unterschreiben kannst. Unvollständige oder widersprüchliche Angaben kosten Zeit. Auch Rückfragen solltest du zügig beantworten.
Voraussetzungen und Kosten prüfen
Ein schneller Ablauf hebt die Kreditprüfung nicht auf. Bei Verbraucherkrediten, die unter das Bürgerliche Gesetzbuch fallen, muss der Kreditgeber die Kreditwürdigkeit prüfen. Bei einem gewöhnlichen Verbraucherkredit darf er den Vertrag nur schließen, wenn die Prüfung keine erheblichen Zweifel an der Rückzahlung ergibt. Für bestimmte kleine oder sehr kurzfristige Darlehen gelten Ausnahmen. Ein Werbeversprechen wie „ohne Prüfung“ sollte daher genau hinterfragt werden; die Formulierung „ohne SCHUFA“ sagt für sich allein nicht, welche Prüfungen tatsächlich stattfinden.
Vergleiche das konkrete Angebot: Achte auf den effektiven Jahreszins und die monatliche Rate. Beziehe außerdem Laufzeit und gesamte Rückzahlung in den Vergleich ein. Prüfe auch zusätzliche Kosten und freiwillige Zusatzprodukte. Ein beworbener niedriger Zinssatz gilt nicht automatisch für jeden Antragsteller. Für eine Expressauszahlung gibt es außerdem keinen allgemein belegten Aufpreis, an dem sich jedes Angebot messen ließe. Maßgeblich sind die Kosten, die im persönlichen Angebot stehen.
Verlange keine Zahlung im Voraus, bevor der Kredit ausgezahlt wurde, und sei besonders vorsichtig bei angeblichen Expressgebühren, kostenpflichtigen Hotlines oder einer Prepaid-Karte als Voraussetzung. Die Verbraucherzentralen warnen vor Angeboten, bei denen statt eines Kredits Gebühren oder Abonnements entstehen. Grundsätzlich musst du die Vermittlung erst bezahlen, wenn das Darlehen ausgezahlt wurde. Eine Ausnahme gilt für eng begrenzte Auslagen, wenn sie vorher schriftlich vereinbart wurden und tatsächlich angefallen sind.
Für Verbraucherdarlehen besteht grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Fristbeginn und Ausnahmen hängen von Vertrag und Pflichtinformationen ab. Lies die Vertragsunterlagen, bevor du unterschreibst, und kläre offene Punkte direkt mit dem Anbieter.
Wenn das Geld dringend fehlt
Nimm einen Kredit nur auf, wenn die Rate dauerhaft ins Budget passt. Das Budget muss neben der Miete auch laufende Rechnungen und andere Verpflichtungen abdecken. Wenn du bereits Geldprobleme hast oder einen neuen Kredit brauchst, um alte Raten zu bezahlen, macht eine weitere Verpflichtung die Lage oft noch schwieriger. Dann ist eine Schuldnerberatung ein sinnvoller nächster Schritt.