Home > Kredit ohne Schufa > Vermögen in der Schweiz

Vermögen in der Schweiz

Für die nationale Ebene liegen derzeit keine individuellen Daten zum Vermögen der Haushalte vor. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) verfügt jedoch über Vermögensdaten, die sie in aggregierter Form von den kantonalen Steuerämtern gemäss den Anforderungen des Finanzausgleichs erhält. Leiter des Schweizerischen Instituts für Weltwirtschaft und angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität St. Gallen. Erbschaften, Schenkungen und Kapitalerträge spielen, wie Steuerdaten zeigen, eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren wurde das Thema Einkommens- und Vermögensungleichheit in der Schweizer Öffentlichkeit vermehrt diskutiert, gleichzeitig ist der Kenntnisstand über die tatsächliche Veränderung der Ungleichheiten und deren Erklärung jedoch eher gering.

Verteilung von Vermögenswerten in Seenot

Das Vermögen in der wohlhabenden Schweiz konzentriert sich in immer weniger Hände. Erbschafts-, Schenkungs- und Kapitalerträge sind, wie die steuerlichen Daten belegen, von großer Bedeutung. In den letzten Jahren wurden die Abgaben in diesem Gebiet zwar reduziert, aber die Ungleichheiten haben in der Schweiz weiter zugenommen und erreichen heute ein ökonomisch und sozial schwieriges Niveau.

Reichtum ist eine bedeutende Größe für den sozialen Stand und eine wesentliche Grundlage für materiellen Schutz. In den meisten Untersuchungen zur ökonomischen Ungleichbehandlung wurde sie jedoch ausgeschlossen. Der Bundesfinanzhof hat im Zuge eines Nationalfonds-Projekts zur Einkommens- und Vermögensunterschiede gemeinsam mit der Uni Bern zum ersten Mal die Vermögensunterschiede in der Schweiz mit Hilfe von Mikrosteuerdaten der Kantone und der Eidg.

Der Wohlstand hat in den vergangenen Dekaden im Verhältnis zum Ertrag an Bedeutung gewonnen und ist damit zu einem entscheidenden Element der wirtschaftlichen Ungleichbehandlung geworden. Die Schweiz ist mit einem Pro-Kopf-Vermögen von 323’700 Franken eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Aber wie in keinem anderen Staat ist der große Reichtum in den Hände einer kleinen Schar von Überreichen gebündelt (vgl. Schaubild 1).

Die Steuerzahler hatten im Jahr 2013 ein Vermögen von weniger als 50’000 Schweizer Franken pro Jahr. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler halten am Ende 2,2 Prozentpunkte ihres Vermögens von jeweils über 2 Mio. Schweizer Franken und zusammen 51,3 Prozentpunkte des gesamten Vermögens. Die Schweiz ist damit eines der Länder mit der grössten Ungleichheit in der Verteilung des Wohlstands.

Die Ungleichheit der Vermögen in der Schweiz hat in den vergangenen 30 Jahren stark zugenommen. Bei der überwiegenden Mehrzahl ist das Vermögen zurückgegangen, bei den wohlhabendsten 5 Prozentpunkten jedoch signifikant gestiegen (vgl. Schaubild 2). Lediglich der unteren Mittelschicht ist es in den vergangenen Dekaden gelungen, ein überdurchschnittliches Vermögen zu errichten. Mit 38% ist die Eigenheimquote der Schweiz die geringste in ganz Europa, so dass die meisten privaten Haushalte nicht von dem enormen Anstieg der Immobilienpreise profitierten.

Andere Gründe für die zunehmende Ungleichheit des Vermögens sind die höhere langfristige Rendite auf Kapitalanlagen oder die moderate Besteuerung in der Schweiz, die zur Zuwanderung wohlhabender Menschen führte. Wenn man sich das Verhältnis zwischen Wohlstand und Ertrag ansieht, ist es nicht verwunderlich, dass sich diese oft auf dieselben Menschen konzentriert haben.

Im Durchschnitt kann das fünfte Einkommen der privaten Haushalte knapp 30 % ihres Haushaltseinkommens einsparen, während die privaten Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen wenig oder gar nichts zu ersparen haben. Für die Verteilungsgerechtigkeit der Einkommen spielen herkunftsbedingte Ungleichheiten eine große Bedeutung, z.B. aufgrund von Staatsangehörigkeit, Ausbildung oder Gender, die die Ungleichverteilung der Mittel verschärfen.

Außerdem kommt in den oberen Einkommensschichten ein erheblicher Anteil des Ergebnisses aus Kapitalerträgen und nicht aus Erwerbsarbeit. Zudem werden Vermächtnisse und Geschenke sehr unilateral aufgeteilt und die überwiegende Mehrheit kommt bereits wohlhabenden Klassen zugute. Nur 1 Promille der Einwohner erhielt 34% der Erbschaft und 43% der Spendensumme.

Nur je zwei Dritteln des Erb- und Spendenvolumens kam der Gesamtbevölkerung zu Gute (vgl. Schaubild 3). Durch die oben beschriebene Konzentrations-Dynamik des Vermögens wird das Vermögen immer weniger von der eigenen Leistungsfähigkeit bestimmt und droht die Schweiz zu feudalisieren. In demokratischer Hinsicht ist diese wachsende Ungleichbehandlung ein Problem, da sie zu einer Delegitimierung sozialer Gefüge und zu Konflikten anregt.

Eine starke Ungleichbehandlung ist auch aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht wünschenswert, da sie das Wirtschaftswachstum hemmt und sich nachteilig auf die Wirtschaftsstabilität auswirken kann. Wenn man bedenkt, dass fast 7% der schweizerischen Bevoelkerung unter dem Lebensunterhalt leben und dem oeffentlichen Sektor die Mittel zur sozialen Sicherung immer mehr fehlen, ist es zwingend geboten, die Steuerentlastungen der vergangenen Jahre umzukehren, einen Teil der Spitzengelder durch progressive Abgaben aufzunehmen und im Zuge der staatlichen Transferzahlungen umzuschichten.

Das wäre auch die unmittelbarste und effektivste Maßnahme, um der wachsenden Ungleichheit des Wohlstands in der Schweiz vorzubeugen. Einkommen und Wohlstandsverteilung in Deutschland: Eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung. Vertriebsbericht 2016 Eine Untersuchung der Gehalts-, Einkommen- und Vermögensstruktur in der Schweiz.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz